Bafa Bafa – Interkulturelle Simulation

Glossar

Cross culture/diversity: Begegnung mit anderen Kulturen

Bafa Bafa bezeichnet ein Simulationsspiel, das in der Regel im Rahmen interkultureller Trainings durchgeführt wird und bei dem zwei unterschiedliche Gruppen verschiedener Kulturen einander begegnen und miteinander interagieren. Während der Simulation erleben die Teilnehmenden, wie man sich in einer fremden Kultur fühlt und zu welchen Missverständnissen, Problemen, aber auch lustigen Begegnungen es kommen kann, wenn unterschiedliche kulturelle Skripte „aufeinandertreffen“. Das Ziel des Spiels ist dabei, die kulturellen Regeln der jeweils anderen Gruppe zu ergründen.

Zur Durchführung sind zwei Räume nötig, damit die Gruppen sich ungestört voneinander vorbereiten können. Der zeitliche Rahmen sollte 2-3 Stunden umfassen, damit ausreichend Zeit zur Erklärung, Durchführung und anschließenden Auswertung vorhanden ist.

Ablauf der Simulation Bafa Bafa

Die Trainingsgruppe wird zu Anfang in zwei Gruppen unterteilt. Beide Gruppen erhalten einen Namen (z. B. Alpha- und Beta-Kultur) und getrennt voneinander verschiedene Instruktionen über die Kulturen: (fiktive) kulturelle Regeln, Standards, Werte, nonverbales Verhalten usw.

Nach einer kurzen Vorbereitung schicken die Gruppen jeweils eine ausgewählte Person („Botschafter“) in die jeweils andere Gruppe, mit dem Auftrag, herauszufinden, wie mit der anderen Gruppe Kontakt aufgenommen werden kann. Die „Botschafter“ sollen nun im ersten Schritt die jeweils andere Kultur ausschließlich beobachten und der eigenen Kultur darüber Bericht erstatten. Im zweiten Schritt wird ein zweiter „Botschafter“ mit dem zuvor erfahrenen Vorwissen in die jeweils andere Gruppe geschickt und beobachtet diese erneut. Im letzten Schritt wird wiederum ein anderer „Botschafter“ ausgewählt, der nun mit der anderen Kultur in Kontakt treten und anschließend der eigenen Gruppe darüber berichten soll.

Debriefing: Auswertung und Reflexion

Die Reflexion der Erfahrungen ist bei interkulturellen Simulationen grundsätzlich sehr wichtig, da lediglich bei Einordnung des Gelernten ein Lerntransfer auf den Alltag erfolgen kann. Daher werden im Anschluss an die Simulation gemachte Erfahrungen und Gefühle abgefragt, die während der Spielrunde gemacht wurden. Weiterhin werden entstandene Konflikte sowie deren potentielle Lösungen thematisiert. Zum Abschluss der Refelxionsrunde erhalten die Gruppen schließlich ausführliche Informationen über die Kulturstandards der jeweiligen fremden Kultur. Auf dieser Grundlage sollen nun abstrakte zentrale Begriffe wie Stereotypisierung, Missverständnisse, Ethnozentrismus und Kulturschock thematisiert werden

Bafa Bafa: Lernziele

Lernziele dieser Simulation sind:

  • Empathieentwicklung für andere Kulturen
  • Verständnis gegenüber anderen Kulturen und ihrer Entstehung
  • Reflexion der eigenen Kultur
  • Friedlicher Umgang miteinander, trotz verschiedener kultureller Hintergründe
  • Selbsterfahrung: Wie reagiere ich auf Neues? Wie schnell oder langsam kann ich mich auf neue Gegebenheiten einlassen?
  • Abbau von Hemmungen in binationalen Gruppen.

Literatur und Quellen zur Interkulturellen Simulation Bafa Bafa

Shirts, Robert G. (1977): Bafa Bafa – A cross culture simulation. Del Mar, California, USA.

Detaillierter Ablauf des Simulationsspiels: DIJA Methodenbox Interkulturelles Lernen mit weiteren Angaben zu dieser Simulation

Als anschauliche Darstellung: Bafa Bafa Video
https://www.youtube.com/watch?v=vi4nVs077Rc

Artikel- und Seminarhinweise zum Thema „Bafa Bafa“ und interkulturelle Simulationen

 

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