Interkulturelle Mediation

Glossar

Interkulturelle Mediation: Definition

Bei der interkulturellen Mediation handelt es sich um einen Sonderfall der Mediation. Der besondere Fokus liegt hier auf den Schwierigkeiten, die bei der Streitschlichtung zwischen Parteien verschiedener Kulturräume auftreten können. Interkulturelle Mediation ist dabei nicht das Verfahren spezifisch zur Klärung interkultureller Konflikte, sondern bezeichnet Mediation in einem Kontext, der beeinflusst ist durch kulturelle Aspekte – sei es in Austragung des Konfliktes, in Urspung des Konfliktes (z.B. bei einem Wertekonflikt) oder in der Bearbeitung des Konfliktes.

Vorgehensweise in interkultureller Mediation

Durch Zuwanderung und Globalisierung treten wir in unserem alltäglichen Leben immer häufiger mit uns fremden Kulturen in Kontakt. Fast unweigerlich können verschiedene Werte- und Moralvorstellungen, Bedürfnisse und Erfahrungen Konflikte hervorrufen. Befinden sich die Konfliktparteien an einem Punkt, an dem sie ohne fremde Hilfe zu keiner Lösung ihres Problems gelangen können, kann eine interkulturelle Mediation helfen.

Interkulturelle Mediation: Unterschiede zu Mediation allgemein

Der Unterschied zu einer „normalen“ Mediation liegt darin, dass die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe nicht nur bewusst wahrgenommen werden, sondern auch in Betracht gezogen wird, dass sie der bloße Auslöser des Konfliktes sein könnten. Es werden Aspekte wie die möglicherweise unterschiedlichen Muttersprachen der Streitenden, unterschiedlicher Umgang mit Emotionen, unterschiedliches nonverbales Verhalten, unterschiedliche Machtsymmetrien, etc. in die Problemanalyse und den Prozess der Lösungsfindung mit einbezogen.

Dennoch ist Interkulturelle Mediation kein spezifisches Verfahren für interkulturelle, ethnische oder internationale Konflikte, sondern bezeichnet die Verhandlung zwischen Individuen, Gruppen oder Staaten mit unterschiedlicher kultureller Prägung. In der Interkulturellen Mediation wird ein Konflikt bearbeitet, bei der der Faktor Kultur Teil der Konfliktsubstanz ist, die Art der Austragung und Eskalation prägt, oder die Bearbeitung und Bearbeitbarkeit des Konfliktes beeinflusst.

Problematisch kann sich hier eine Kulturalisierung jeglichen Verhaltens auswirken. Diese gilt es zu vermeiden, indem der Mediator/die Mediatorin ein besonderes Augenmerk auf mögliche Kulturalisierung des Konfliktes legt. Interkulturelle Mediation hält sich meist nicht an die fünf klassischen Phasen der Mediation (s. z. B. Polychromes Modell der Interkulturellen Mediation nach Lederach/Dulabaum).

Artikelhinweise zum Thema “Interkulturelle Mediation”

  • Interkulturelle Mediation - Seminar

    Seminar zum Themenbereich

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