Interkulturelle Psychotherapie und Psychiatrie

Glossar

Definition: Interkulturelle Psychotherapie

Interkulturelle Psychotherapie und Psychiatrie bezeichnet die Behandlung psychisch erkrankter Menschen mit Migrationshintergrund unter Berücksichtigung von kulturellen Aspekten wie die Herkunftsgeschichte und Prägung von Gesundheits- und Krankheitsbildern nach weltweit differierenden Vorstellungen.

Begriffsbeschreibung Interkulturelle Psychotherapie und Psychiatrie

Im Jahr 2018 hatten 25,5 Prozent der Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund (Statistisches Bundesamt: 2018). Diese bilden jedoch keinesfalls eine homogene Bevölkerungsgruppe. Sie unterscheiden sich durch eine vielfältige Kultur und Sprache. Leiden diese Menschen an psychischen Störungen, so ist neben der fachlichen Kompetenz die interkulturelle Kompetenz der betreuenden Psychologen besonders bedeutsam. Menschen mit Migrationshintergrund benötigen eine interkulturelle psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung.

Die betreuenden Psychologen sollten darin geschult sein, einfühlsam auf die Befindlichkeiten und Denkweisen fremdkultureller Patienten einzugehen. Sie sollten in der Lage sein, das Spannungsverhältnis zwischen Gegensätzen und Mehrdeutigkeiten auszuhalten. Vor allem aber sollten sie Wissen über Hintergründe und Systemzusammenhänge eigener und fremder Lebenswelten besitzen. Beispielsweise haben Kulturen weltweit unterschiedliche Vorstellungen von Gesundheits- und Krankheitsbildern sowie verschiedene Erwartungen an Behandlungsmethoden. Durch die professionelle interkulturelle Kompetenz von Ärzten, Therapeuten und Pflegenden werden kulturelle Verständigungsschwierigkeiten und Missverständnisse umgangen, welche beispielsweise fehlerhafte Diagnosen zur Folge haben. Auch können Probleme in der Therapie und Rehabilitation vermieden werden.

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