Sachorientierung- vs. Beziehungsorientierung

Glossar

Sachorientierung – Definition

Sach- und Beziehungsorientierung sind wichtige kulturelle Orientierung, die starken Einfluss auf den Umgang von Menschen miteinander haben. Dies gilt sowohl für private als auch geschäftliche Beziehungen, es resultieren – je nachdem wie die Einstellung zur Sache bzw. Person ist – unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele für die Kommunikaktion und die soziale Interaktion.

In eher sachorientierten Kulturen wie Deutschland (zudem Nordeuropa, USA etc.) steht im privaten Miteinander und in der beruflichen Zusammenarbeit vor allem die Aufgabe, das Thema und die Zielfindung im Vordergrund. Kommunikation und Interaktion sind stark auf diese Aspekte ausgerichtet, es steht grundsätzlich stärker die Sache als die Person im Fokus. Sachorientierung korreliert zudem mit Individualismus und einem direkten Kommunikationsstil, d.h. weitere Aspekte wie etwa stärkerer Fokus auf das Individuum (z.B. Abrenzung öffentlich – privat: Privatssphäre) als auch kontroverse Meinungsäußerungen (z.B. direkte Kritk an einer Person etc.) gehen einher mit dieser kulturellen Orientierung.

Sachoroientierung wirkt für Personen aus personen- bzw. beziehungsorientierten Kulturen in der Regel eher distanziert und unpersönlich. Direkt geäußerte Kritik an einer Person wird zumeist als Regel- bzw. Tabubruch gesehen und kann zum Abbruch der Beziehung führen.

Personen- bzw. Beziehungsorientierung – Definition

In personen- bzw. beziehungsorientierten Kulturen wie zum Beispiel Spanien (Ost- und Südeuropa, arabischer Kulturkeis, Südamerika, große Teile Asiens und Afrika etc.) ist die persönliche Beziehung zwischen Personen und entsprechend auch Geschäftspartnern für die gemeinsame Arbeit sehr bedeutend. Bei Geschäftstreffen wird daher großer Wert auf einführenden Smalltalk mit privaten und/ oder emotionalen Themen gelegt, um gegenseitiges Vertrauen für eine erfolgreiche Kooperation aufzubauen. Ohne eine gefestigten Beziehungsaufbau ist es in der Regel nicht möglich, „zur Sache“, zur Aufgabe zu kommen. Private und geschäftliche Beziehungen setzen entsprechenden „Vertrauensaufbau“ voraus.

Für Personen aus sachorientierten Kulturkreisen wird diese kulturelle Orientierung häufig als difus und ausschweifend wahrgenommen, da es weitaus mehr Zeit bedarf, bis man zur „eigentliche Sache / Aufgabe“ kommt.

 

zurück zum Glossar

Erfahrungen & Bewertungen zu IKUD Seminare - Interkulturelles Training & Trainerausbildung
Logo Europäischer Sozialfont Logo Deutsche Gesellschaft fuer Interkulturelle Trainingsqualität Logo Institut für Qualitätsentwicklung dakks_logo Landesschulamt-LSA Charta-Vielfalt