Stereotyp und Vorurteil – Definition und Begrifflichkeit

Mentale Vereinfachungen komplexer Kontexte

Ein Stereotyp (griech. stereós – „fest, hart, haltbar, räumlich“ und týpos – „-artig“) ist eine mentale Vereinfachungen von komplexen Eigenschaften oder Verhaltensweisen von Personengruppen. Obwohl diese vereinfachten Eindrücke und Darstellungen nicht immer wahrheitsgetreu sind, benötigen wir Stereotype, um die Komplexität unserer Umwelt zu vereinfachen und die Interaktion mit Menschen anderer Gruppen zu erleichtern. Die Anwendung und das Vorhandensein von Stereotypen ist also ein gewöhnlicher Vorgang und ist nicht negativ zu bewerten, solange man sich über die starke Reduzierung der Realität bewusst ist.

Ein verwandter Begriff ist das Vorurteil. Ein Vorurteil entsteht, wenn die verallgemeinerten Eindrücke mit Emotionen besetzt werden. Das Vorurteil beruht im Gegensatz zu Stereotypen nicht auf Erfahrung und Wahrnehmung, sondern auf einer meist wenig reflektierten Meinung und ist somit ein vorab gewertetes Urteil. Vorurteile sind meist negativ behaftet und durch ihre Komplexität und Vielfältigkeit schwer aufzuheben.

Beispiel für Unterschied Stereotyp und Vorurteil

Ein profanes Beispiel für den Unterschied zwischen Stereotypen und Vorurteilen liegt in den Aussprüchen: „ALLE Italiener essen TÄGLICH Nudeln.“ (Stereotyp) im Gegensatz zu „Italiener sind Spaghetti-Fresser!“(Vorurteil).

 

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