Strukturelle Diskriminierung – Definition

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Strukturelle Diskriminierung: Definition

Strukturelle Diskriminierung bezeichnet das Ineinandergreifen diskriminierender Praxen auf individueller, kultureller und institutioneller Ebene. Die individuelle Ebene von Diskriminierung umfasst diskriminierendes Sprechen und Handeln von Einzelpersonen. Die kulturelle Ebene von Diskriminierung umfasst Wissen, Werte und Normen, die in öffentlichen Diskursen vermittelt werden. Die institutionelle Ebene von Diskriminierung umfasst diskriminierende Politiken und Gesetze wie auch Normen und Werte, die von Institutionen durchgesetzt werden.

Strukturelle Diskriminierung: Ein Beispiel für das Ineinandergreifen der drei Ebenen
Eine Lehrerin erteilt ihrem Schüler, aus einer bildungsfernen Schicht kommend, keine Gymnasialempfehlung, obwohl dieser Schüler gute Noten hat (individuelle Diskriminierung). Als Lehrperson ist sie Teil einer Schule, die nichts gegen diese Entscheidung unternimmt (institutionelle Diskriminierung). Die Schule ist wiederum Teil einer Gesellschaft, die Menschen, aus bildungsfernen Schichten kommend, stereotypisiert und abwertet (kulturelle Diskriminierung).

Literatur im Netz

Czollek, L. C. et al. (2019): Praxishandbuch Social Justice and Diversity. Theorien, Training, Methoden. Weinheim: Beltz Juventa. S. 25-28.

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